Essbare Gräser stammen aus der Pflanzenfamilie der Süßgräser, bzw. der "echten Gräser". Süßgräser gehören zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschen und stellen weltweit die Nahrungsgrundlage dar. Weizen, Hafer, Roggen und weitere bekannte Getreidesorten gehören zu dieser Pflanzenfamilie. Reis stellt die älteste Kulturpflanze der Süßgräser dar. Die Nutzpflanze besteht zu einem Großteil aus Stärke, einem kleinen Anteil an Eiweiß und einem minimalen Anteil an Mineralstoffen, Spurenelementen sowie Vitamin B1 und B2. Wird der Reis allerdings Verarbeitungsverfahren unterzogen, ist er geschält und poliert, schrumpft auch der Vitamingehalt. Reis kann verschiedenartig verarbeitet werden. Die Zubereitung erfolgt durch kochen oder dünsten. Reis wird auch zu Schnaps, Essig oder Wein weiterverarbeitet. Seine Einsatzgebiete sind vielfältig.
Der Familie der Süßgräser gehören insgesamt 650 Gattungen mit ca. zehntausend verschiedenen Arten an. Das Pendant zu diesen essbaren Gräsern bilden die Sauergräser, zu denen Riedgräser und Binnengewächse gehören. Essbare Gräser bieten allgemein einen hohen Ballaststoffanteil und sind zudem Lieferanten von Stärke, Zucker, Fett und ätherischen Ölen. Von den bekannten Süßgrasgattungen werden maximal sieben Prozent als Nahrung, Bau- oder Werkstoffe genutzt und verarbeitet. Die bekannten Getreidesorten decken die Hälfte der Nahrungsenergie ab und bilden somit den maximalen Verarbeitungsanteil unter den Süßgräsern. Die Nutzpflanze Bambus findet sowohl in der Nahrungsindustrie als auch in der Werk- und Baustoffindustrie Verwendung. Möbel, Trinkgefäße und Häuser werden aus Teilen des Bambus gefertigt und für die Gewinnung von Biotreibstoff ist Bambus unverzichtbar. Die Sprossen des Bambus werden vorwiegend in asiatischen Ländern als Nahrungsbeilage verwendet. Gerste, ein weiteres essbares Gras, wird zur Herstellung von Malz und Whiskey in der Spirituosenindustrie eingesetzt, aber auch zur Herstellung von Malzkaffee oder Frühstücksflocken.
Die Geschichte des Getreideanbaus ist schon über zehntausend Jahre alt. Die Menschen entdeckten essbare Gräser und erkannten, dass man diese gezielt anbauen konnte. Sie waren auf die Ernte angewiesen, wurden dadurch seßhaft und sicherten ihre Lebensgrundlage. Unter den Gräsern entdeckten sie auch Würz- und Heilpflanzen. Die abdichtende Wirkung von Schilf macht dieses Süßgras zu einem beliebten Abdeckmaterial, z.B. für Häuser. Sobald der Süßgrasbedarf der Menschen gedeckt ist, werden die übrigen Süßgräser der Futtermittelverwendung für Rinder, Schafen und Ziegen zugeführt.